MAN BEKOMMT AB UND ZU DEN SPIEGEL VORGEHALTEN - UND DAS BEREICHERT
Interview mit Barbara E. Oedekoven, Mentorin. Dipl. Betriebswirtin, 47 Jahre, verheiratet, 2 Kinder (8 + 13 Jahre). Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Bielefeld; 13 Jahre als Managing Director ? Bereich Kreditkarten bei Citicorp tätig. Seit 9 Jahren als Unternehmerin im Bereich Mode ? Fa. KE<>O<>BA tätig. Führung des Unternehmens, Entwürfe der Unikate, Einkauf der Stoffe, Delegation der Aufträge auf die jeweiligen Schneiderinnen, Beratung der Kunden.
Was ist <S.E.T> für Sie?
<S.E.T.> ist für mich eine liebenswürdige Vereinigung von Frauen, die mitten im Leben stehen und ihre Träume umsetzen ? mit Erfolg.
Wie haben Sie von dem Projekt erfahren?
Über die Unternehmerinnenmesse in Wetzlar.
Was war für Sie persönlich Ausschlag gebend für die Teilnahme am Projekt?
Meine langjährigen Erfahrungen weiterzugeben und Frauen auf dem Weg ins Unternehmertum oder ins Management zu begleiten.
Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Charakteristika des Mentoring-Prozesses?
Sich Einlassen, zuhören, umsetzen, die gegenseitige Achtung und dadurch Bereicherung; Neugier und Spannung im positiven Sinne.
Konnten Sie von diesem Projekt profitieren?
Beim Mentoring sollten alle Beteiligten profitieren. Man bekommt ab und zu den Spiegel vorgehalten und das bereichert.
Was war ihr Ziel für dieses Jahr? Haben Sie es erreicht?
Mein Ziel war es, den Mentees (ich habe zur Zeit zwei!) bei der Umsetzung ihrer Ziele zu helfen und ich habe dieses Ziel voll erreicht; d.h. bei meinem 1. Tandem gab es so viel Aufträge, dass wir gemeinsam ein Konzept erarbeiten mussten, um alle zu bewältigen. Beim 2. Tandem (sie gründet sich) haben wir erfolgreich experimentiert und präsentiert, denn Erfolg heißt nicht nur viele Aufträge, viel Umsatz.
Ein besonderes Ereignis, ein bestimmter Tag, eine Geschichte - etwas, was Ihnen im Gedächtnis nach dem zwölfmonatigen Programm bleibt?
"Mein" Mentee, Frau Unger-Scheld, rief mich an: "Hilfe, Hilfe, Frau Oedekoven, unser Tandem ist so erfolgreich, dass ich mich vor Aufrtägen nicht mehr retten kann!" Ich musste lachen und war doch sehr stolz auf das, was wir erreicht haben.
Für Mentorinnen: Im Prozess des Mentorings spricht man von einer
beiderseitigen Bereicherung ? was war die Bereicherung für Sie?
Wenn es keine beiderseitige Bereicherung gäbe, wäre es keine wirkliche Mentoringbeziehung (siehe Punkt 5+6).
Haben Sie immer noch Kontakt zu Ihrer Mentee?
Ja ? wir telefonieren oder verabreden uns zum Essen, um auszutauschen.
Was haben Sie an Ihrer Mentee besonders geschätzt?
An beiden Mentees schätze ich nach unseren Treffen, alles umgesetzt zu haben ? nachzufragen ? alte Gewohnheiten geändert zu haben ? sich einfach einzulassen und durchhalten, es wirklich zu wollen!
War Ihnen <S.E.T.> nicht zu frauenspezifisch? Wie haben Sie es empfunden an einem "reinen Frauen-Programm" teil zu nehmen?
Da ich aus dreizehn Jahren Männerwelt komme, war es für mich sehr erholsam - oder besser - ganz spannend sich auf ein reines Frauen-Programm einzulassen. Ich habe allerdings 20 Jahre Mentorin-Erfahrung - sowohl mit Männern als auch mit Frauen.
Was hebt sich im Mentoring-Prozess von anderen Qualifizierungsmaßnahmen hervor?
Ich glaube, dass in diesem Programm jeder die Möglichkeit hat es ernsthaft umzusetzen und über ein Jahr mit Power zu betreiben ? der Erfolg wird sofort sichtbar. Oder zu sagen: "Nein, ist mir zu anstrengend!" ? denn nicht die Mentorin arbeitet etwas aus, sondern beide. Schwerpunktmäßig macht es die Mentee.
Was wünschen Sie Ihrer Ihrer Mentee für die Zukunft?
Weiter so!
Was wünschen Sie <S.E.T.>?
<S.E.T.> hat viel bewegt, weil auch "Frauenseilschaften" erfolgreich sein können ? wie man sieht. Ich fühle mich wohl bei <S.E.T.>!
Ihr Lebensmotto?
"Eine Frau, die mit Gelassenheit ihr Bestes gibt, hat Erfolg, auch ohne dass sie in Männerwelten schlüpft."
Seitenanfang