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EINEN MENSCHEN IN DAS EIGENE LEBEN AUFNEHMEN

Interview mit Christa Schütze, Mentorin. Sie war mit Frau Anette Schieferstein-Christof im <S.E.T.> Tandem. (58 Jahre, verh., drei erwachsene Kinder) seit 1994 selbstständig als Führungs- und Kommunikationstrainerin mit dem Schwerpunkt für Frauen. Sie hat ihr Unternehmen Change Consulting genannt, weil Wechsel Wandel bedeutet, und dies besonders für Frauen in verschiedenen Lebensabschnitten ein bedeutsames Thema ist. Davor war sie 15 Jahre lang in einer Unternehmensberatung tätig. Sie ist Lehrbeauftragte an der FH in Gießen und Dozentin an der IHK Wetzlar-Dillenburg und bei Studium Plus in Wetzlar, außerdem seit mehreren Jahren ehrenamtliche Mentorin für weibliche Mentees. Seit vielen Jahren konzipiert Frau Schütze vor allem für Kommunen, Dienstleistungs- und mittelständische Unternehmen auf die Funktion zugeschnittene Auswahlverfahren für Spezialisten- und Leitungspositionen und führt diese Verfahren auch durch. Gleichzeitig leitet sie Seminare und Workshops schwerpunktmäßig für Frauen.

Was ist <S.E.T> für Sie?

Ein wichtiges Instrument des „Netzwerkelns“, ein „Gebot der Stunde“, um eigene Erfahrungen weiter zu geben und selber zu lernen

Wie haben Sie von dem Projekt erfahren?

Ich habe dieses Mentoring mit initiiert, die ersten Mentorinnen und Mentees geworben und das Projekt ein Jahr lang geführt und begleitet.
Danach durchgehend Mentorin.

Was war für Sie persönlich Ausschlag gebend für die Teilnahme am Projekt?

Die Erfahrung, dass in den Seminaren, die ich für Frauen durchführe, bei den Teilnehmerinnen das Bedürfnis nach weiterer professioneller Begleitung in beruflichen Fragestellungen entstand und entsteht. Hierfür musste ein Rahmen geschaffen werden.

Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Charakteristika des Mentoring-Prozesses?

Langfristige Begleitung, kostenlos für die Mentees und dennoch verbindlich für beide Seiten, erfolgsorientiert, von Frau zu Frau, beide „Parteien“ lernen voneinander.

Konnten Sie von diesem Projekt profitieren?

Ja, mit jeder Mentee neu. Ich lerne von diesen jungen Frauen und sie lernen von mir (auch ein schönes Gefühl!)

Was war ihr Ziel für dieses Jahr? Haben Sie es erreicht?

Frage zurück: als Mentorin? In diesem Jahr habe ich eine halbjährige Pause im Mentoring gemacht und das Ziel war, ausgeruht und offen auf eine neue Lebensgeschichte einer Mentee zugehen zu können. Ist erreicht!

Ein besonderes Ereignis, ein bestimmter Tag, eine Geschichte - etwas, was Ihnen im Gedächtnis nach dem zwölfmonatigen Programm bleibt?

Ja, viele Eindrücke, das sichere Gefühl, diesen Menschen mit in das eigene Leben aufgenommen zu haben und diese Person nie wieder zu vergessen.

Im Prozess des Mentorings spricht man von einer beiderseitigen Bereicherung – was war die Bereicherung für Sie?

Am Puls der Zeit bleiben, Erfahrungen weitergeben, aus den Erfahrungen der jungen Frauen zu lernen, mit ihnen gemeinsam über ihre Probleme nachzudenken, keine fertigen Lösungen zu haben, sondern richtig zu arbeiten und damit auch frühere eigene Probleme im nachhinein noch einmal betrachten zu können und neu zu bewerten.

Haben Sie immer noch Kontakt zu Ihrer Mentee?

Ja, aber aus Zeitmangel nur sehr selten. Allerdings benötigen wir keine „Vorlaufzeit“, wir sind vertraut miteinander.

Was haben Sie an Ihrer Mentee besonders geschätzt?

Meine Mentee ist voller Mut, sie begegnet ihre Umwelt und sich selber kritisch, aber gleichzeitig wertschätzend. Sie ist bereit, neue Erfahrungen zu machen und die positiven Ergebnisse zu beschreiben und sie damit zu bestärken. Eine bewundernswerte Frau!

War Ihnen <S.E.T.> nicht zu frauenspezifisch? Wie haben Sie es empfunden an einem "reinen Frauen-Programm" teil zu nehmen?

Was soll denn diese Frage?

Was hebt sich im Mentoring-Prozess von anderen Qualifizierungsmaßnahmen hervor?

Freiwilligkeit, hohe Motivation (der meisten) Mentees, kostenlos, Lernen auch durch das „In-Beziehung-Treten“ mit der Mentorin und umgekehrt, Langfristigkeit, die Möglichkeit das Gelernte zu überprüfen, auszuprobieren und zu korrigieren.

Was wünschen Sie Ihrer Mentorin/ Ihrer Mentee für die Zukunft?

Sie soll einfach so bleiben wie sie ist, viel Erfolg im Beruf und Glück in ihrer Familie.

Was wünschen Sie <S.E.T.>?

Weiter so, nicht müde werden, Anregungen gut aufnehmen, an Kritik nicht verzweifeln!

Ihr Lebensmotto?

Mein Lebensmotto ist: Mutig hindurch, hinten wird's heller! Hat mich ein Leben lang begleitet und geprägt.


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